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Steine selber trommeln, Teil 4: Kleine Helferlein

Neben den offiziellen Hilfsmitteln, können noch einige ausrangierte Geräte aus dem Haushalt von Nutzen sein:

Salatsieb

Als Anfeucht- und Abtropfbecken für das Schleifgut.

Wasserzerstäuber

Zum Nachbefeuchten der Steine während der Schleifprozesse. Ein umfunktionierter Insektizid- oder Reinigungsmittelzerstäuber tut es auch.

Tropfvorrichtung

Passionierte Bastler/innen können sich die manuelle Nachbefeuchtug der Steine ersparen, indem sie sich eine Tropfvorrichtung bauen. In Modellbau Shop's sind Brennstofftanks aus Kunststoff (mindestens 1 Liter) erhältlich, welche bereits die notwendigen Schlauchdurchführungen enthalten. Solche Behälter ergeben einen ausgezeichneten Wassertank. Passende Brennstoffschläuche sind ebenfalls zu haben.

Wer es ganz gediegen machen will, kann sich sogar einen Brennstoffhahn besorgen, mit welchem er die Tropfgeschwindigkeit einstellen kann. Im Elektronik Fachhandel sind kleine Untersetzungsgetriebe zur Feinstverstellung von Potentiometern erhältlich. Wird der Brennstoffhahn mit einem solchen Getriebe kombiniert, sind sehr genaue Tropfmengen einstellbar.

Der Hohlraum im Tank muss unbedingt belüftet werden, da beim Absinkenden des Wasserspiegels ein Vakuum entsteht, welches den Tropfrhythmus bereits nach kurzer Zeit zum Erliegen bringt.

Die Tropfmenge ist sehr klein. Beim Vorschleifen reichen meistens bereits 5 bis 8 Tropfen pro Minute. Ausprobieren !!

Die kostengünstigste Lösung ist aber immer noch eine Infusionsklemme, wie sie in den Spitälern verwendet wird.

Nun fehlt nur noch ein kleines Loch im Deckel des Tumblers und eine geeignete Aufhängevorrichtung für unseren "Tropföler".

Geräuschdämpfung

Abwohl die Maschine durch die Federung des Schleifgefässes recht gut gedämpft ist, können gelegentlich (je nach Unterlage) immer noch Geräusche per Körperschall weiter gegeben werden. Eine gute Lösung ist im obigen Bild ersichtlich, wo das Gerät auf eine zusätzlich abgefederte Unterlage gestellt wurde. Ein Stück weicher Schaumgummi unter dem Brett leistet ebenfalls gute Dienste.

Zeitschaltuhr

Wenn eine Nachbefeuchtung über längere Zeit vergessen wird, kann das ganze Stein-Wasser-Gemisch eindicken, so dass der Schleifprozess zum Erliegen kommt. Mit einer vorgeschalteten Zeituhr, kann eine bestimmte Schleifzeit vorgeben werden, so dass die Maschine vor dem kritischen Zeitpunkt automatisch abgeschaltet wird.

Wer den oben beschriebenen "Tropföler" konstruiert und die erforderliche, ideale Tropfmenge ermittelt hat, kann den Tumbler über eine längere Zeit sich selbst überlassen und muss nur noch zu den Waschprozessen erscheinen. Eine solche Vorrichtung ist bei geplantem Nachtbetrieb empfehlenswert.

Tipps und Tricks

Schleifstaub

Die Frage nach der Staubentwicklung wird oft gestellt. Zur allgemeinen Beruhigung darf festgehalten werden, dass die Steinbearbeitung praktisch staubfrei statt findet. Im Tumbler wird ohnehin nur nass gearbeitet. Trennscheiben und Schleifräder müssen zwingend benetzt werden, so dass sich anfallender Staub sofort bindet.

Schleifzeit

Die oben angegeben Schleif- und Polierzeiten sind unverbindliche Richtwerte. Je nach Beschaffenheit des Materials, kann sich die Bearbeitungszeit durchaus um Stunden verlängern.

Nachbessern

Zur optischen Verbesserung von unbefriedigenden Gesteinsoberflächen, kann dem Glanz mit einem feinen Paraffinölfilm (Drogerie) nachgeholfen werden. Zudem hilft auch hier der Trick mit dem Autowachs, wie er unter "Kalkbeschlag" beschrieben wird.

Kalkbeschlag

Wenn polierte Steine zur Dekoration in Blumenschalen liegen, können sie mit der Zeit einen Kalkbeschlag vom Giesswasser ansetzen. Hier hilft eine Vorbehandlung mit Autowachs. Diese Wachse sind in allen Autoshops erhältlich und kosten nicht viel. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie wirklich einen Autowachs und keine Autopolitur erhalten. Polituren können feinste Schleifmittel enthalten und das brauchen die glänzenden Steine wirklich nicht. Achten Sie zudem darauf, dass der Autowachs wirklich nur Wachse und Silikonöle enthält.

Der Wachs wird mit einem Wattebausch aufgetragen - darnach die Steine mindestes eine Stunden trocknen lassen. Es wird sich ein weisser Wachsfilm bilden, welcher anschliessend mit einem weichen Lappen wegpoliert wird. Dermassen behandelte Steine sind für eine ganze Weile wasserabstossend und erhalten erst noch eine zusätzliche Brillanz.

Achtung:
Behandeln Sie beschlagene Steine keinesfalls mit kalklösenden Mitteln. Da viele Steine ebenfalls Kalk enthalten, können solche Lösungsmittel den natürlichen Kalk ebenfalls aus dem Stein heraus lösen.

Abhilfe schafft hier nur eine erneute Behandlung im Tumbler.

Schleifpolster

Es kann vorkommen, dass gelegentlich nur grosse Exemplare zur Verarbeitung anstehen. Weiter oben wurde erwähnt, dass ein Schleiflos unbedingt mit kleineren Steinen durchmischt werden muss um gute Schleifresultate zu erzielen.

Es empfiehlt sich deshalb, immer eine Anzahl schöner Kieselsteine ( bis etwa 3 cm) unter den grossen Steinen mitlaufen zu lassen.

Bei diesem "Kurzfutter" kann auf eine Keramikbeigabe bei den letzten beiden Arbeitsgängen verzichtet werden.

Medaillons

Besonders schöne Stücke lassen sich zu modischen Medaillons verarbeiten. Damit der Schmuck auch wirklich professionell aussieht, sollen die Ösen nicht einfach angeklebt, sondern im Stein verankert werden. Professionalität hat aber immer einen bestimmten Preis.

In Werkzeugfachgeschäften werden sog. Mini-Bohrmaschinen oder Feinbohrschleifer angeboten. Diese hochtourigen Maschinchen eignen sich recht gut um Löcher von 1 mm Durchmesser in unsere Medaillons zu schleifen.

Übliche Spiralbohrer sind für diesen Zweck ungeeignet. Statt dessen kommen feine Stahlstifte zum Einsatz, an deren einem Ende eine feine Schicht Diamantstaub aufgebracht wurde.

Loch schleifen

Freihändiges Schleifen führt in keinem Fall zum Erfolg. Fixieren Sie deshalb den Stein mittels einer (gepolsterten) Zwinge so, dass die Bohrstelle gut zugänglich ist. Grundsätzlich wird nass geschliffen. Führen Sie nun die laufende Maschine sorgfältig an den Stein heran und schleifen ohne Druck eine kleine Zentriermarke. Wer sofort mit Druck zu schleifen beginnt, wird die Erfahrung machen, dass der Bohrer auf alle Seiten "davonläuft" und unschöne Schleifspuren hinterlässt.

Bohren Sie mit möglichst wenig Druck und mit viel Wasser. Die erforderliche Lochtiefe beträgt ca. 6 mm. Starker Druck nützt die feine Diamantschicht des Schleifstiftes unnötig schnell ab.

Die Bohrung muss absolut trocken sein, bevor der Ankerstift eingeklebt wird. Wenn der Anker genau passt, kann Sekundenkleber verwendet werden. Sollte das Loch jedoch zu breit geraten sein (fast die Regel), kleben Sie den Anker mit Araldit ein.

Die Standzeiten dieser Miniaturschleifstifte hängt von der Gesteinshärte ab. In weichere Gesteine lassen sich mit dem gleichen Stift bis zu 8 Löcher schleifen, in härterem Material kann das Werkzeug bereits nach dem ersten Loch verbraucht sein.

Schleifstifte und Ösen sind bei uns erhältlich.

Andere Materialien bearbeiten

Der Tumbler eignet sich nicht nur zur Bearbeitung von Gesteinen. Grundsätzlich kann jedes beliebige Material behandelt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die zu bearbeitenden Gegenstände eine gewisse Härte aufweisen und die Vibrationen ohne Schaden aushalten.